SIA Table Ronde
An der ersten Table Ronde des SIA Solothurn konnten wir uns mit den Behördenvertretern Erich von Allmen, Chef Hochbauamt Stadt Solothurn, und Kurt Schneider, Leiter Baudirektion der Stadt Olten über unsere Erfahrungen im Umgang mit der Ordnung und der Wegleitung SIA144, Planerwahlverfahren, austauschen.
Einleitend erläuterte Laurindo Lietha, Verantwortlicher Beschaffungswesen bei SIA Schweizerischer Ingenieur- und Architektenverein, die Entstehung und die Verwendung von Ordnung und Wegleitung und Stefan Rudolf von Flury und Rudolf Architekten berichtete von seinen Erfahrungen als Teilnehmer. Danach folgte der durch unser Vorstandsmitglied Selina Bleuel moderierte Austausch.
Schwerpunktthemen dabei waren, welche Aufgabenstellungen sich für ein Planerwahlverfahren eignen, welche Gewichtung des Honorarangebots sinnvoll ist und von der Politik akzeptiert wird, ob ein Monitoring vorhanden ist, welches darlegt, ob die offerierte Honorarsumme dem in der Schlussrechnung ausgewiesenen Honorar entspricht. Die Auftraggeberseite wünscht sich nach wie vor, dass die Ausschreibungen mit dem BWA (Beobachter für Wettbewerbe und Ausschreibungen) zur Qualitätsicherung vorbesprochen werden können. Es zeigte sich, dass insbesondere die Anbietenden der Ansicht sind, dass die Honorargewichtung 20 - 25% nicht übersteigen darf. Dies zugunsten der Qualität des Lösungsvorschlags für die gestellten Aufgaben, mit welchem viele Bau-, Unterhalts- oder Betriebskosten eingespart werden können. Dieser Ansatz kann jedoch insbesondere von der Politik nicht immer nachvollzogen werden.
Aus Sicht der anwesenden Planenden wurde die Verwendung von SIA144 zur Wahrung einer Bauqualität als positiv empfunden. Durch die Beschränkung der Teilnahme (Präqualifikation oder Einladung) werden allerdings viele, insbesondere neu gegründete oder erfahrene Büros mit hervorragenden Qualifikationen in Aufgabenbereichen, welche nicht der gestellten Aufgabe entspricht, um ihre Chancen gebracht und Innovation verhindert. Es gilt auch hier ein Augenmerk auf den sinnvollen Einsatz des Planerwahlverfahrens nach SIA144 zu halten.
Die Planenden dürfen sich mitnehmen, dass im Rahmen von Planerwahlverfahren keine mit Visualisierungen und vielen Plänen dargestellte Projekte erwartet werden. Es wird lediglich erwartet, dass im Bezug auf die vom Auslober gestellten Fragestellungen ein Ansatz erarbeitet und mit einfachen Mitteln verständlich dargestellt wird.
Wir danken den Referierenden für Ihre Beiträge und allen Anwesenden für die anschliessende wertvolle Diskussion und freuen uns auf die nächste Table Ronde.